Stadtblick 4 erschienen

Die Mode hat sich gewandelt, das Ambiente aber hat sich kaum verändert. Die Redaktion des Stadtblicks auf der Allee im Kurpark, die auch auf der Ansichtskarte von 1900 zu sehen ist. Von links nach rechts: Prof. Dr. Hansjörg Brombach, Karin Waldhäusl, Dr. Klaus Mühlbach, Wolfram Klingert, Carlheinz Gräter und Wolfgang Imhof.

 

Bad Mergentheim: Bürgerforum Stadtbild veröffentlicht den „Stadtblick 4“

 

Informationen in Hülle und Fülle

 

Betrachtungen und Berichte über Architektur, Stadtgeschichte und Vereinstätigkeit

 

 

 

 

 

Das Bürgerforum Stadtbild hat die neueste Ausgabe des Magazins „Stadtblick“ veröffentlicht. Die 4. Ausgabe widmet sich besonders drei Schwerpunktthemen: Dem Grün, dem Wasser und der Stadtentwässerung.

 

 

 

 

 

Bad Mergentheim. Es ist ein ganz besonderer Blick auf die Badestadt, der sich den Lesern des neuen „Stadtblick“ eröffnet. Und wie schon in den drei vorausgegangenen Ausgaben – die erste erschien 2012– bietet auch der neue „Stadtblick“ wieder eine Fülle von Informationen zu und über architektonische Besonderheiten, geschichtlich-kulturelle Zusammenhänge, die Kur und damit verbunden dem heutigen Stadtbild, das sich ja stetig verändert. Nicht immer im Sinne der Nachhaltigkeit und des Erhalts bedeutender Gebäude und Ensembles, wie die Autoren darlegen. Die vielfältigen Analysen und Eindrücke werden auf 151 Seiten aus historischer Sicht ebenso beleuchtet wie aus dem heutigen Blickwinkel.

 

Die Autoren sind den Lesern der Lokalzeitung wohlbekannt, denn vieles wurde bereits veröffentlicht. Gleichwohl lohnt ein zweiter Blick, zumal die Artikel im neuen „Stadtblick“ mehr Raum finden und zudem umfangreich bebildert sind.

 

Die Redaktion – Prof. Dr. Hansjörg Brombach, Carlheinz Gräter, Wolfgang Imhof (er zeichnet auch für die Gestaltung des neuen Magazins verantwortlich), Wolfram Klingert, Dr. Klaus Mühlbach und Karin Waldhäusl – konnte auch weitere Autoren gewinnen: Sonja Götzelmann, Christine Schmidt, Tillmann Zeller (er wirkt auch als Stadtführer) sowie das im Januar verstorbene Bürgerforums-Mitglied Günther Deeg haben ebenfalls Beiträge geschrieben.

 

Außerdem sind im neuen „Stadtblick“ auch die Aktivitäten des Bürgerforums nachzulesen – das schafft Anreize, einmal einen ganz besonderen Stadtspaziergang zu unternehmen und einzutauchen in die Altstadt-Gassen, das Schloss mit Schloss- und Kurpark oder eben neue Gebäude mit kritischen Blick zu beschauen oder sich den vielen Details alter Gemäuer zu widmen. Im neuen Magazin des Bürgerforums Stadtbild finden sich dafür zahlreiche Ideen und lohnenswerte Schauobjekte.

 

Auch dem Weinbau haben sich die Autoren gewidmet, etwa mit einem Vortrag von Carlheinz Gräter über den Bocksbeutel. Die Schwerpunktthemen beleuchten das Mergentheimer Grün, das Thema Wasser und die Geschichte der Stadtentwässerung ausführlich und mit vielen – oftmals unbekannten – Details. Ob Schlosshof, Hofgarten, Kurpark, private Hausgärten, Friedhöfe, Mörikes Lieblingsgarten … es ist schlichtweg erstaunlich, welche grüne Vielfalt die Autoren hier schildern.

 

Wasser ist bekanntlich die Grundlage allen Lebens, und auch darüber gibt es im neuen Stadtblick viel zu erfahren: Ob Tauber, Wachbach, Wolfgangsbrücke, die zahlreichen Brunnen in der Stadt, ehemalige Mühlen, die Geschichte der Mergentheimer Bäder vom Fluss- über das Freibad bis zur Solymar-Therme, Tauberkorrektur oder auch die Historie der Stromerzeugung – es ist immer wieder erstaunlich, was die Autoren an Wissenswertem zusammengetragen haben und in Worte fassen.

 

Schließlich – zum Wasser gehört zwangsläufig auch die Entwässerung – bildet das Thema Stadtentwässerung den dritten Schwerpunkt. Von 1340 bis in unsere Tage wurde und wird in der Stadt viel gegraben, werden Kanäle gelegt, saniert und Kläranlagen sowie Regenüberlaufbecken den Erfordernissen der Zeit angepasst. Die dreiteilige Geschichte der Stadtentwässerung eröffnet den Lesern einen umfassenden Blick auf dieses Thema und verdeutlicht damit die Bedeutung von Kanalisation und Abwasserbehandlung.

 

Und abschließend – es ist die 152. Seite – hat sich die Redaktion entschieden, auf dem hinteren Umschlagblatt auch einmal „richtig böse“ zu sein. Architekturtheorie und Mergentheimer Praxis prallen da ganz augenscheinlich aufeinander, und der Leser weiß ob der Realsatire nicht so recht, ob er lachen oder weinen soll.

 

Lesenswert allerdings ist der neue „Stadtblick“ allemal. Die Ausgabe Nummer 4 ist ab sofort für die Schutzgebühr von 7,50 Euro in der Buchhandlung Moritz und Lux, Gänsmarkt 3, erhältlich. Da die Auflage begrenzt ist, lohnt es sich, schnell zuzugreifen.

 

 

 

-hp kuhnhäuser FN 16. Juli 2019-